Warum Zimmerin Lea eine Nacht in einer Krippe verbrachte
Shownotes
Eine Nacht in der Krippe, eine Oma, die heimlich Wäsche versteckt, und der Wunsch, einmal bei einer Reetdachdeckerei zu arbeiten: Lea erzählt ihre ganz eigenen Geschichten von der Walz. Mit 24 Jahren ist sie seit eineinhalb Jahren unterwegs – und hat nicht nur handwerklich, sondern auch persönlich viel gelernt. Wie sich ihr Blick auf Zukunft und Heimat verändert hat und warum sie manchmal Urlaub vom Reisen braucht, erfahrt ihr in dieser Folge.
Mehr über das Thema Gesellenwanderung erfährst du bei der CCEG,
der CONFÉDÉRATION DES COMPAGNONNAGES EUROPÉENS EUROPÄISCHE GESELLENZÜNFTE
Über den Podcast:
"Zünftig unterwegs – Geschichten von der Walz" ist ein Podcast von FHB original.
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00:00:02: Zünftig unterwegs.
00:00:04: Ein FHB-Podcast.
00:00:30: um
00:00:40: Handwerk, Abenteuer und Freiheit zu erleben.
00:00:44: Erkennbar sind sie an ihrer Kluft, der traditionellen Handwerkskleidung, die ihre Zugehörigkeit zeigt und in Tür und Tor öffnet.
00:00:53: Ihre Geschichten sind so vielfältig wie die Wege, die sie gehen.
00:00:57: Mein Name ist Yasmin Teutrine
00:00:59: und ich sage herzlich willkommen bei Zünftig
00:01:02: unterwegs, den RB-Interview-Podcast mit Menschen auf der Walz.
00:01:07: Schön, dass du dabei bist im Podcast, dass du Lust hast mitzumachen.
00:01:11: Magst du deinen Namen sagen oder möchtest du anonym bleiben?
00:01:14: Ähm, ich bin D.A.
00:01:15: von der Freisinn-Zimmerin.
00:01:17: Genau.
00:01:22: Und ich bin jetzt seit fast eineinhalb Jahren unterwegs.
00:01:25: Okay, also
00:01:26: Halbzeit quasi.
00:01:27: Fast, ja.
00:01:29: Anfang mehr als das Halbzeit.
00:01:30: Wie cool.
00:01:31: Wo kommst du her?
00:01:31: Wo bist du losgegangen?
00:01:33: Gebürtig bin ich aus Löning.
00:01:35: Das liegt zwischen Oldenburg und Osnabrück.
00:01:38: Bei Klappenbrück, genau.
00:01:40: Wie alt bist du denn, wenn ich fragen
00:01:41: würde?
00:01:42: Ich bin vierundzwanzig.
00:01:43: Okay.
00:01:43: Und wie bist du auf die Idee gekommen?
00:01:47: Ich möchte Zimmerin werden und dann auch noch auf die Walls gehen.
00:01:51: Also als Zimmerin bin ich gestartet, weil ich wollte eigentlich einen Bauingenerviesenstudium machen.
00:01:58: Und dann bin ich ... Für das Banjo-Nervisen-Studio musste man dann Praktikum machen.
00:02:03: Und das Praktikum habe ich dann gemacht.
00:02:05: Und als ich dann das Praktikum gemacht habe, dachte ich mir so, die schimpfen ja alle so über die Banjo-Nervisen, die keine Ahnung von irgendwie Handwerk oder Praxis haben.
00:02:15: Deswegen, vielleicht sollte ich auch erst mal eine Ausbildung machen.
00:02:18: Und dann habe ich mich für die Ausbildung entschieden und relativ schnell einen Ausbildungsplatz gefunden.
00:02:25: und habe erst mal zwei Jahre lang die Ausbildung gemacht und dachte, ach, das sind ja nur zwei Jahre, dann kann ich danach ja immer noch studieren gehen, mal gucken.
00:02:32: Genau, und dann habe ich das gemacht.
00:02:34: und dann habe ich während dessen von Mannschaft gehört.
00:02:37: Und ich war tatsächlich immer schon gerne unterwegs.
00:02:39: Ich habe auch sieben Monate im Ausland gearbeitet und ...
00:02:44: Wären deine Aufregungen davor?
00:02:46: Davor und habe einen Freiwilligendienst gemacht.
00:02:48: Genau, und dann ... Also ich war halt immer schon gerne unterwegs und viel unterwegs und wollte immer schon irgendwie ein bisschen weg von zu Hause auch.
00:02:56: Und dann habe ich von Wanderschaft gehört, habe mich damit irgendwie beschäftigt und dachte, war das ja voll die coole Idee, dann kann ich ja gleichzeitig mein Handwerk machen, Dinge lernen und reisen.
00:03:06: Das ist ja richtig praktisch.
00:03:08: und dann bin ich quasi auf Wanderschaft gegangen.
00:03:10: Genau.
00:03:12: Hab mir erst jemanden gesucht, der mich die ersten drei Monate begleitet.
00:03:15: und mir alles zeigt, wie man von A nach B kommt, wie man einen Schlafplatz findet, wie man Arbeit findet, genau.
00:03:22: Und was sonst noch zur Wanderschaft dazugehört, genau.
00:03:25: Und so bin ich da gelandet.
00:03:26: Wie sucht man denn jemanden?
00:03:29: Wie hast du jemanden gefunden?
00:03:30: Also wie fängt man an?
00:03:31: Also erstmal von der Idee, dann wirklich bis zur Umsetzung?
00:03:37: Interessiert sich wahrscheinlich erst mal irgendwie für Wanderschaft und dann guckt man sich Dokumentationen an und so weiter.
00:03:42: Dann fängt man irgendwie an, im Internet zu suchen, weil die Gesellen nicht so präsent sind.
00:03:46: Das ist halt alles immer ein bisschen schwierig, wenn man irgendwie nach Wanderschaft und Wandergesellen und Wald sucht und so weiter und so fort.
00:03:53: Man findet dann einige Artikel, aber... Bis man halt irgendwie eine E-Mail-Adresse gefunden hat, ist das halt alles irgendwie schon, das dauert halt schon recht lange.
00:04:01: Also mitan ist es immer relativ schwierig, was zu finden.
00:04:05: Ich hatte in dem Fall relativ viel Glück, ich hatte nämlich einen Klassenkameraden, der auf Anderschaft gegangen ist.
00:04:09: Und der war halt einfach schneller als ich.
00:04:12: Der hat sich in einem Schacht angeschlossen.
00:04:16: Also eine Gesellenvereinigung und... bei seiner Losgehe war ich und da habe ich dann mit anderen Wandergesellen gesprochen, die mir dann E-Mail-Adressen von anderen freireisenden Wandergesellen gegeben haben und dann habe ich denen geschrieben und die haben mir andere Treffen gegeben.
00:04:31: und dann bin ich zu diesen Treffen hingefahren, habe irgendwie Kontakt mit Wandergesellen gehabt, habe mit denen gesprochen, habe mir das angeguckt, was sie so machen und dadurch auf jeden Fall... gemerkt, das war überhaupt was für mich ist und hab irgendwie Leute kennengelernt.
00:04:44: Genau, und irgendwann hab ich dann eine Beandergesellin kennengelernt, die mir sympathisch war, der ich sympathisch war und dann haben wir besprochen, dass sie mich die ersten drei Monate begleitet und auf Wanderschaft begleitet und mich dann abholt von zu Hause.
00:04:57: Ah, cool.
00:04:58: Und du hast dich schon im Vorfeld richtig toll informiert.
00:05:04: Und wusstest du denn wirklich, was auf dich zukommt?
00:05:07: Nein, also... Ehrlich gesagt weiß niemand, was auf einen zukommt.
00:05:11: Das sind immer noch so... Es ist alles immer ein bisschen teilweise noch geheim und einige Traditionen werden auch geheim gehalten.
00:05:20: Also wir haben halt auch... einen Spruch, der auf jeden Fall nirgends aufgeschrieben wird oder so weiter.
00:05:29: Der ist wirklich sehr, sehr geheim und so lernt man halt ganz viel Aufwander- schaft, einfach Dinge, die man vorher nicht wusste.
00:05:39: Meistens ist es komplett anders, als man sich das vorstellt.
00:05:42: Ich habe auch gedacht, man sucht sich dann eine Ecke von Deutschland, da fängt man dann an und dann guckt man sich so ein bisschen die Ecke an und geht von Ort zu Ort.
00:05:49: Dann arbeitet man mal irgendwo und dann geht es ein bisschen weiter.
00:05:52: Totaler Quatsch.
00:05:52: Also man reist irgendwie quer durch Deutschland, denn einen Tag ist man in Hamburg und abends sitzt man in München und irgendwie, also es ist einfach, man reist komplett quer durch die Gegend und reißt halt so wie die Arbeitsangebote.
00:06:09: oder die Sachen, die einem empfohlen werden oder halt so feiern oder Veranstaltungen von Wandergesellen fallen.
00:06:16: So reist man halt durch die Gegend.
00:06:17: Dann hat man hier mal irgendwie einen Termin oder möchte sich mit einer Freundin treffen oder man weiß, dass da eine Wandergesellin jemanden anders auf Wanderschaft begleitet.
00:06:26: Und dann reist man von da nach da und ist einfach quer durch Deutschland und die Welt unterwegs, so wie halt die Termine und feste Feiern fallen.
00:06:35: Es
00:06:35: klingt doch anstrengend.
00:06:39: Es ist auch in gewisser Weise anstrengend, wenn man auch für die Verkehrsmittel und die Unterkunft kein Geld ausgibt.
00:06:44: Dementsprechend muss man halt immer abends schauen, wo man schläft.
00:06:48: Im Sommer kann man auch durchaus mal draußen schlafen, aber es ist halt immer total unterschiedlich.
00:06:54: und es ist furchtbar anstrengend, wenn man halt auch den ganzen Tag irgendwie... eine Person des öffentlichen Lebens ist.
00:07:00: Man trägt halt irgendwie die Kluft und zählt den ganzen Tag da und unterwegs.
00:07:05: Aber es macht halt auch super viel Spaß.
00:07:06: Also man lernt halt super viele Leute kennen.
00:07:09: Man erlebt die witzigsten Geschichten und manchmal sind drei Tage, weil in drei Tage drei Wochen, weil in den drei Tagen so viel passiert ist, dass es auch in drei Wochen passen würde und dann wären es immer noch drei spannende Wochen gewesen.
00:07:24: Aber es ist furchtbar interessant.
00:07:27: Ich habe immer das Gefühl, ich bin ständig im Urlaub, weil ich, wenn ich am Reisen bin, Urlaub vom Arbeiten mache und wenn ich am Arbeiten bin, Urlaub vom Reisen.
00:07:35: Weil wenn man am Arbeiten ist, dann hat man einen strukturierten Alltag.
00:07:39: Man hat irgendwie einen Schlafplatz.
00:07:40: Man kennt da Leute.
00:07:42: Man geht zur Arbeit regelmäßig.
00:07:45: Man kann am Wochenende sich die Umgebung angucken.
00:07:48: Und man führt eigentlich so ein alltägliches Leben, wie man das so kennt.
00:07:51: Weiß aber gleichzeitig auch, dass das so begrenzt ist auf maximal drei Monate.
00:07:55: Und dass man dann halt wieder losreisen kann.
00:07:56: Und den meisten meiner Gesellen packen tatsächlich auch die Hummeln im Hintern.
00:08:00: Und die wollen dann halt auch wieder ein Stück weiterreisen.
00:08:03: Dich packen auch die Hummeln?
00:08:05: Die meiste Zeit schon.
00:08:06: Also manchmal genießt man das natürlich auch sehr.
00:08:10: Ich bin bei meinen Arbeitsstellen bis jetzt immer mit einem weinenden und im lachenden Auge abgereist.
00:08:16: Einfach weil ich sehr viel auch so in der Freizeit gemacht habe.
00:08:20: Ich habe immer versucht irgendwie auch meine Hobbys zu integrieren und habe dann bei den Arbeitsstellen Volleyball gespielt.
00:08:28: Genau, und hab dann irgendwie da auch mit den Leuten ja Kontakt gehabt.
00:08:31: Die letzte Arbeitsstelle war vor Weihnachten, hab dann auch irgendwie bei Weihnachtsfeiern mitgemacht.
00:08:36: Und das war total toll.
00:08:37: Ich hab halt super viel auch so außerhalb von der Arbeitszeit mit irgendwelchen Leuten verbracht.
00:08:41: Und dann ist es schon schade, wenn man auch wieder geht.
00:08:44: Aber man freut sich natürlich auch irgendwie.
00:08:46: wieder mehr von Deutschland und andere Wandergesellen zu treffen, vor allem auch, weil für den Zeitraum sieht man dann halt tatsächlich keine.
00:08:52: Und auch da hat man ja irgendwie Freunde und Leute gefunden, die man auch gerne mal wiedersehen möchte.
00:08:57: Ja, spannend.
00:08:59: Du hast vorhin geheimer Spruch, geheimere Sprüche gesagt.
00:09:02: Die darfst du natürlich nicht warten, weil die sind ja nicht ohne Grund geheim.
00:09:05: Aber kannst du sagen, wofür an welchen Stellen ihr denn diese Sprüche braucht?
00:09:10: Also wo öffnen die euch Tür und Tor zu bestimmten Möglichkeiten?
00:09:15: den meisten Fans sind hier, also sie sind dafür da, dass wir die Handwerksgröße überbringen.
00:09:22: Also das machen wir vor allem in Radhäusern, um unsere Reise zum bisschen zu dokumentieren und Stempel zu sammeln.
00:09:30: Genau, das ist so ein bisschen ein Bittespruch.
00:09:34: Ich hätte gerne ein Stempel und danach kann man natürlich auch immer Danke sagen und das ist dann der Zweite ist quasi ein Danke.
00:09:44: Los geht's halt.
00:09:45: Das war wahrscheinlich auch total aufregend, bevor du losgegangen bist.
00:09:49: Hast du in der Nacht, bevor du losgegangen bist, überhaupt geschlafen?
00:09:53: Ich habe tatsächlich geschlafen.
00:09:55: Ich war und bin schon immer ein Mensch, der schnell und viel geschlafen hat.
00:10:00: Aber es war natürlich am nächsten Tag alles furchtbar aufregend.
00:10:05: Genau.
00:10:06: Und auch irgendwie, also in gewisser Weise auch ein bisschen stressig so.
00:10:09: Man verabschiedet sich ja irgendwie von seiner Familie und seinen Freunden und geht für drei Jahre weg mindestens.
00:10:15: Und es war schon auch stressig.
00:10:17: Also ich hatte, ich hatte tatsächlich bei morgens mit Migräne aufgewacht, weil ich, also es war so verdammt, aber es ist der Stress offensichtlich.
00:10:26: Genau, also es war schon auch sehr spannend.
00:10:29: Auch die drei Monate gemeinsam mit meiner Altgesellin waren furchtbar.
00:10:32: Also furchtbar spannend und so viele neue Dinge passiert und man kriegt so viele Eindrücke und muss sich auf Gedanken einlassen, wie ich weiß morgens nicht, wo ich abends schlafe und es ist eine furchtbar aufregende Zeit.
00:10:46: Viel Spaß gemacht.
00:10:47: Ich hatte sehr viel Glück und habe mich sehr gut mit meiner Art gesellen verstanden.
00:10:50: Und wir hatten sehr viele witzige und lustige Momente auch miteinander.
00:10:54: Was hat denn deine Familie gesagt zu deinen Plänen?
00:10:58: Meine Mutter hat am Anfang gesagt, was machst du schon wieder?
00:11:02: Also weil ich, wie gesagt, schon die sieben Monate auch mal vorher im Ausland war, hat mich aber sehr unterstützt und hat gesagt, es freut mich, dass du irgendwie deinen Weg gehst und irgendwie deine Dinge findest.
00:11:15: Mittlerweile sind die, glaube ich, alle sehr zufrieden damit.
00:11:21: Ich habe vier jüngere Geschwister.
00:11:23: Ich glaube, die haben noch nicht ganz begriffen, warum ich das noch ... Also, die Jüngsten zwei sind fünfzehn und die sind so, was bringt dir das jetzt?
00:11:32: Ich glaube, die haben das immer noch nicht ganz verstanden.
00:11:34: Vielleicht kommt das irgendwann noch, genau.
00:11:38: Aber so prinzipiell finden die das eigentlich ganz
00:11:41: cool.
00:11:42: Gibt es einen Tag, den du schon mal bereut hast oder wo du gedacht hast, was mache ich hier eigentlich?
00:11:47: Also natürlich hat man immer mal wieder Tage, wo man sich zu denkt, boah, was mache ich hier eigentlich?
00:11:51: Da steht man halt irgendwo um achtzehn Uhr im Regen und hat halt keinen Schlafplatz gefunden und denkt so, was mache ich hier eigentlich?
00:11:57: Warum will ich nicht zu Hause auf meiner Couch geblieben, beim Mama, wo alles nett und toll ist?
00:12:02: Aber dafür gibt es halt... Super viele Momente, die einen dafür entlohnen und einen irgendwie positive Erfahrungen schenken und schöne Momente.
00:12:15: Die machen diese kleinen Gesachen auf jeden Fall wieder wett.
00:12:19: Und was machst du dann, wenn du abends im Regen dann da stehst und keinen Schlafplatz hast?
00:12:24: Meistens findet sich dann tatsächlich doch noch irgendwas.
00:12:28: Also im ersten Moment ist man dann halt irgendwie so, ich habe keine Lust mehr, es klappt hier heute irgendwie alles gar nicht.
00:12:34: Meistens findet sich dann tatsächlich aber doch noch irgendwas.
00:12:37: Oder man sucht sich halt tatsächlich einen Unterschlupf, keine Ahnung, eine Bussehaltestelle oder es gibt ja auch so an Wanderwegen manchmal diese Hütten, so Schutzhütten, genau, dann sucht man sich halt irgendwas, was ein Dach hat und versucht sich da irgendwie trocken hinzulegen.
00:12:56: Wir haben alle einen Schlafsack und eine Isomatte dabei und in den meisten Fällen funktioniert das auch
00:13:00: irgendwie.
00:13:01: Also du musst es noch keine Nacht durchwandern.
00:13:03: Nee.
00:13:05: Das haben wir auch untergekommen.
00:13:06: Ja,
00:13:07: ich hatte bis jetzt sehr viel Glück und hab tatsächlich einmal unfreiwillig draußen geschlafen und alle anderen Male hab ich entweder freiwillig draußen geschlafen im Sommer oder hab einen Schlaftplatz gefunden.
00:13:17: Gibt es einen ganz absurden Ort, an dem du schon übernachtet hast, musstest, übernachten musstest?
00:13:24: Also das Kurste.
00:13:25: bis jetzt fand ich eigentlich, dass ich hab in meiner zweiten Nacht in einem Museumsdorf übernachtet.
00:13:33: Wir haben danach gefragt und die haben uns das erlaubt und das war echt cool.
00:13:37: Und dann habt ihr euch was ausgesucht zum
00:13:39: Übernachten?
00:13:40: Wir haben dann quasi vor dem Becker geschlafen und vor dem Backhäuschen.
00:13:48: Da war so eine Sitzgedägenheit auch mit einer kleinen Überdachung.
00:13:52: Und da haben wir uns dann zu viert hingelegt und da übernachtet.
00:13:57: Die Leute im Museum wussten dann natürlich Bescheid und wir sind dann morgens quasi in dem abgeschlossene Museum wieder aufgewacht.
00:14:04: Das war schon ganz cool.
00:14:06: Ja, das ist eine Erfahrung, die man sonst glaube ich nicht so
00:14:09: machen.
00:14:10: Und jetzt mal so aus handwerklicher Sicht.
00:14:14: Wie hat dich da bisher deine Reise so weitergebracht?
00:14:18: Wie haben sich so deine Skills entwickelt?
00:14:21: Was hast du so bisher gelernt?
00:14:24: Was hast du bisher so von der Reise so mitgenommen?
00:14:27: Man lernt unterschiedlichste Sachen.
00:14:30: Also die meisten Gesellen suchen sich irgendwie Stellen aus, wo sie Dinge auf jeden Fall mehr, also wo sie mehr dazu lernen können.
00:14:39: Irgendwie das zehnte Carport-Bauen hilft mir auf Wanderschaft leider nicht weiter.
00:14:45: Das ist das beim ersten Mal cool, weil ich dann selbst lerne irgendwie die Baustelle zu strukturieren und weiß, wie ich da irgendwie das Carport bauen muss.
00:14:53: Aber auf langfristige Sicht hilft mir das Zehnte dann halt nicht mehr weiter.
00:14:57: Und ich habe bis jetzt bei einem Betrieb gearbeitet, der macht Blockhausbau.
00:15:01: Das habe ich vorher noch nie so gesehen.
00:15:04: Also, die haben jetzt nicht den ... ... skandinavischen Blockhausbau gemacht, also mit den Stämmen, sondern mit Blockbohlen.
00:15:13: Das sind dann quasi viel eckig vorgefertigte Bohlen, aber es tatsächlich auch noch mal ein ganz anderes Bauen als ... Man das sonst so kennt.
00:15:22: Ich habe bei meiner Ausbildungsfirma sehr viel einfach dach gemacht und gelegentlich meinen Holzrahmenbauweise.
00:15:28: Und da war das halt einfach nochmal eine ganz andere Art.
00:15:31: Ich habe bei denen auch Fenster einbauen gelernt.
00:15:35: Auch das hatte ich vorher noch nicht gemacht.
00:15:37: Also ich kann jetzt quasi in Holzhäusern Fenster einbauen.
00:15:42: Und dann habe ich bei einer Firma gearbeitet, die sich auf auch auf Holzbauweise spezialisiert hat.
00:15:54: Da habe ich auch sehr viel Holzrahmenbau, Holzeinhundertwende und genau auch am Dach mit gearbeitet.
00:16:04: Und es waren überall komplett unterschiedliche Herangehensweise.
00:16:08: Ich habe auch unterschiedliche Bauweisen kennengelernt, als ich jetzt vor Weihnachten gearbeitet habe am Tegernsee.
00:16:15: habe ich gemerkt, dass deren Häuser auf jeden Fall deutlich flacher sind als sie bei uns zu Hause in Norddeutschland und die deswegen auch komplett anders auf dem Dach arbeiten.
00:16:23: Also sie dürfen einfach deutlich häufiger hoch und runter, weil die Stärkung einfach nicht so hoch ist und man da einfach häufiger drüber laufen kann.
00:16:31: Und in Norddeutschland läuft man halt maximal einmal da hoch, um irgendwie oben was festzumachen und dann arbeitet man sich eigentlich immer von unten nach oben hoch.
00:16:39: weil niemand einfach so über das Dach laufen möchte.
00:16:42: Genau, und bei denen ist die Dachneigung halt so flach, dass das geht.
00:16:45: Bei forty-fünf Grad kann ich schlecht über das Dach laufen.
00:16:48: Da rutsche ich halt jedes Mal wieder runter.
00:16:50: Bei zwanzig Grad ist das deutlich leichter.
00:16:53: Genau, und es sind einfach so unterschiedliche Weisen, die man gelernt hat.
00:16:59: Genau.
00:17:01: Ja, und einmal habe ich bei einem Hausumbau geholfen.
00:17:03: Das hat mich persönlich eher weitergebracht.
00:17:07: Also jetzt nicht unbedingt handwerklich, sondern weil ich einfach gemerkt habe, wie strukturiere ich eine Baustelle, was brauche ich für Material, wie strukturiere ich da meine Arbeitsschritte und habe dann eine Balkenlage abgerissen und danach den Fußboden neu gemacht.
00:17:27: Genau.
00:17:29: Wo möchtest du noch hin?
00:17:30: Was möchtest du noch lernen?
00:17:31: Hast du so eine kleine anfängliche Bucketlist, wo du sagst, ich möchte auf jeden Fall noch das, das, das und diese Techniken lernen und möchte dazu noch da und dahin, weil ich weiß, da wird das so praktiziert und da kann ich das so lernen.
00:17:46: Es geht, ich habe mir vorgenommen, eigentlich nochmal bei einem Reddachterker zu arbeiten.
00:17:50: Eigentlich ist das ja ein komplett anderes Handwerk.
00:17:52: Also ich bin Zimmerin und eigentlich respektiere ich, dass das das Dachterker gibt und Dachdecker andere Arbeiten machen als Zimmerleute.
00:18:01: Aber ich finde das voll spannend und würde mir das gerne mal angucken.
00:18:07: Und dafür ist Wanderschaft halt auch da, einfach mal in andere Arbeitsbereiche und andere Handwerke reinzuschnuppern.
00:18:13: Und genau, also ich habe mir eigentlich vorgenommen, noch mal dem Reddachdecker zu arbeiten und mich reizen tatsächlich ein bisschen noch die skandinavischen Länder.
00:18:20: Also ich habe ein bisschen Lust auf Norwegen, Schweden.
00:18:23: und da einfach mal vorbeizuschauen und vielleicht habe ich Glück und finde halt Arbeit.
00:18:27: Genau, das weiß ich aber auch noch nicht so genau.
00:18:30: Also du hast noch nichts geplant, dass das erstmal nur so eine Idee, die du hast.
00:18:34: Also du möchtest aber auf jeden Fall wahrscheinlich ins Ausland gehen, ne?
00:18:37: Ja, vermutlich schon.
00:18:39: Genau.
00:18:40: Ja, und planst du auch länger unterwegs zu sein?
00:18:42: Ihr seid ja drei Jahre und einen Tag unterwegs?
00:18:45: Mir spielt zurzeit tatsächlich so dreieinhalb vor, aber nicht deutlich länger.
00:18:49: Also... Das weiß man nie, vielleicht sage ich nach drei Jahren, boah, das reicht mir jetzt überhaupt noch gar nicht und ich mache doch fünf.
00:18:56: Also das weiß man ja meistens nicht.
00:18:58: Aber so jetzt gerade habe ich das Gefühl, es werden so ungefähr dreieinhalb.
00:19:02: Also ein bisschen länger als drei, genau.
00:19:05: Und hat sich deine Vision bzw.
00:19:07: deine Vorstellung von deinem Leben verändert?
00:19:11: Jetzt, seitdem du auf der Walz bist, also die Version von deiner Zukunft, dass du irgendwie sagst, ich weiß schon an so vielen coolen Orten und ich kann mich gar nicht mehr vorstellen, überhaupt wieder nach Hause zurückzukehren, sondern ich finde es da viel schöner oder ich möchte dann doch irgendwo ins Kandinavien Holzbohlen bauen, so was.
00:19:32: Ich weiß es tatsächlich noch nicht.
00:19:35: Aber es hat sich auf jeden Fall so ein bisschen verändert auch.
00:19:38: Also das ist jetzt deutlich flexibar geworden.
00:19:42: Ich habe vorher, glaube ich, das Gefühl gehabt, ich für so ein zero nach fünfzehn Leben.
00:19:47: Ich mache jetzt so Job, Haus, Mann, Kinder.
00:19:52: Und ich glaube, da bin ich nicht mehr.
00:19:54: Also ich habe noch keine genaue Vorstellung davon, wo... Ich im Endeffekt dann zu Hause bin am Ende, ob ich wieder in meine Heimat gehe oder mir einen anderen Ort suche.
00:20:07: Genau.
00:20:07: Und wie das Leben dann sonst so verlaufen wird.
00:20:11: Aber es hat sich auf jeden Fall verändert.
00:20:12: Also ich habe noch keine genauen Vorstellungen für die Zukunft und hatte vorher immer das Gefühl, ich habe schon voll den Plan.
00:20:20: Und jetzt habe ich gar keinen Plan mehr.
00:20:21: Also das hat sich auf jeden Fall daran auch schon geändert.
00:20:24: Wie hast du dich verändert?
00:20:25: jetzt in den anderthalb Jahren?
00:20:29: Man wird auf jeden Fall deutlich weltoffner, weil man einfach so viele Lebensperspektiven kennenlernt.
00:20:40: Man ist auf jeden Fall offener und man lernt die Menschen anders kennen.
00:20:45: Ich glaube, das ist so das, was ich am meisten gemerkt habe.
00:20:49: Ihr lernt ja super viele Leute kennen und ich glaube, ihr habt auch intensivere Begegnungen
00:20:55: als...
00:20:56: Vor der Wanderschaft, glaube ich.
00:20:59: Manchmal schon, ja.
00:21:01: So wie das klingt aus Erzählungen.
00:21:03: Das kann intensiver sein.
00:21:05: Dadurch, dass ihr die Leute vielleicht auch nie wieder seht, die ihr dann trefft.
00:21:13: Ich unterhalte mich voll oft mit Leuten, wo ich denke, das war jetzt volles Gute Gespräch.
00:21:19: Vielleicht sieht man sich irgendwann noch mal wieder.
00:21:23: Auch total enorm ist sehr Kontakt unter den Wandergesellen.
00:21:28: Da schließt man halt irgendwie Freundschaften, die nochmal auf einer ganz anderen Ebene stattfinden.
00:21:35: Die Personen machen einfach genau das Gleiche wie du und führen halt irgendwie die gleiche Lebensrealität.
00:21:43: Und vor allem... Wenn man so intensiv miteinander reißt, so für zwei, drei Monate oder so, schließt man halt auch einfach ganz anders Freundschaften, als wenn man sich nur mal zu Hause für zwei, drei Stunden verabredet.
00:21:56: Man führt dann auch tatsächlich andere Gespräche und lernt die Leute auf jeden Fall komplett anders auf unterschiedlichen Weisen kennen.
00:22:04: Gibt es da eine Begegnung, die dir besonders um Kopf geblieben ist?
00:22:09: Boah, schwierig, ich glaube tatsächlich nicht.
00:22:11: Die Masse ist so groß, dass ich jetzt gerade nicht... eine einzige rauspicken könnte.
00:22:16: Und hast du irgendeine ganz witzige Geschichte, die du passiert ist, die du teilen kannst?
00:22:22: Also die eine Geschichte ist, also da wo ich das einmal unfreiwillig draußen geschlafen habe, haben wir, wir waren eine Fumma-Gruppe und wir haben versucht nach dem Schlafplatz zu suchen.
00:22:31: Und dann haben wir halt bei dem Priester geklingelt und... Der Priester hat uns gesehen, hat die Tür nicht geöffnet und hat uns quasi an der Tür abgewiesen.
00:22:41: Und dann sind wir alle umgedreht worden.
00:22:43: Was war das denn jetzt?
00:22:44: Nächsten lieb es halt aus oder was?
00:22:46: Na gut, egal.
00:22:48: Wir hätten ja auch nur nach was zu trinken fragen können.
00:22:53: Wir bitten nett um irgendwas und natürlich können die Leute aus unterschiedlichsten Gründen Nein sagen.
00:22:59: Ich fand es nur sehr... traurig, dass der nicht mal die Tür geöffnet hat und uns nicht mal gefragt hat, was das Problem ist, weil wir reisen ja auch ohne Telefon.
00:23:09: Das hätte auch sein können, dass irgendwas ist und der einfach nur irgendwie einen anrufen muss.
00:23:14: Genau, und dann wurde uns einfach aber nicht mal die Tür geöffnet.
00:23:17: Fand ich persönlich sehr schade.
00:23:20: Ich finde es auch sehr schade, dass dieser Priester eigentlich das meiste Geschichte abkriegt, weil eigentlich hätte er die gar nicht verdient.
00:23:29: Nur haben wir dann halt weiter nach einem Schlafplatz gesucht und dann sind wir irgendwann auf den Marktplatz gekommen, wo ein Weihnachtsmarkt im Abbau war.
00:23:37: Also der hatte wohl, es war ein kleinerer Ort, dementsprechend hatte er wohl für einen Wochenende der Weihnachtsmarkt stattgefunden und das war schon im Abbau.
00:23:44: Da standen richtig viele Buden, die waren alle, die hatten alle schon kein Dach mehr und die eine Bude hatte drei Wände und ein Dach und da lag so Holzspäne auf dem Boden und wir vermuten alle, dass davor Herr Maikrippenfiguren standen.
00:23:58: Und dann haben wir uns zu fünft auf den Marktplatz in die Krippe gelegt und in der Krippe übernachten.
00:24:05: Doch, dem
00:24:06: muss ich der Priester
00:24:06: abgelehnt haben.
00:24:08: Das war auf jeden Fall sehr, sehr biblisch.
00:24:12: Das ist tatsächlich einer meiner liebsten Geschichten, wo ich mir so denke, schade, dass sie so auf den Priester jetzt diese Geschichte bekommt.
00:24:19: Aber es war sehr zeichnet danach, dass wir in dieser Kappe übernachtet haben.
00:24:24: Es war aber auch eine sehr angenehme Nacht tatsächlich.
00:24:26: Wir haben da sehr gut geschlafen.
00:24:28: Gegenüber war sogar eine öffentliche Toilette, die dann am nächsten Morgen offen hatte.
00:24:31: Es war zwar eine unfreiwillige Draußenübernachtung, aber keine schlechte.
00:24:38: Das ist eine super Geschichte.
00:24:44: Und die hat wahrscheinlich noch viel mehr Auflage.
00:24:47: Tagtäglich passiert?
00:24:50: Wir haben einen Wandergesellen nach Hause begleitet.
00:24:57: Danach hat eine Wandergesellin vorgeschlagen, es gibt ja schon so viele Bücher über Wanderschaft.
00:25:01: Es ist ja doch mal was Lustiges, einfach ein Buch über Wanderschaft zu schreiben.
00:25:05: Indem nur Anekdoten geschrieben sind und nichts dazu erklärt.
00:25:09: Und die Anekdote an dem Wochenende war auf jeden Fall Oma, die die Wäsche versteckt.
00:25:13: Dieser Wandergesehen ist nach Hause gegangen und seine Oma ist mittlerweile leicht dement und alles vergesslich.
00:25:21: Aber man hat offensichtlich gemerkt, dass Wäsche ihre Mission ist.
00:25:24: Und Wandergesehen Wäsche sind ja nicht schon kompliziert genug.
00:25:29: Warum ist es so kompliziert?
00:25:30: Das musst du auch nochmal
00:25:31: erzählen.
00:25:32: Es kommen dann halt irgendwie... Da sind dann ja zehn Leute und die schmeißen alle ihre Sachen in die Wäsche.
00:25:38: Und dann hast du da irgendwie fünf gleich aussehende weiße Hemden und zehn gleiche schwarze Unterhosen.
00:25:45: Und muss das nachher sowieso alles wieder aus dem Sander sortieren.
00:25:48: Und dann hat jemand Wollsäuren, die dürfen ja bloß nicht bei sechzig Grad gewaschen werden, sondern bei vierzig.
00:25:53: Und dann hatten wir das alles schön sortiert und wollten halt die Waschmaschine anschmeißen, haben wir halt auch alles gemacht.
00:25:59: Dann sind wir wiedergekommen und wollten die Wäsche aufhängen, ja.
00:26:02: war die Wäsche aber nicht mehr in der Waschmaschine, sondern irgendwo schon aufgehängt.
00:26:06: Aber warum denn?
00:26:07: Und dann haben wir halt festgestellt, dass sich im Endeffekt immer die Oma darin gekümmert hat.
00:26:11: Dann haben wir die nächste Maschine angestellt und haben uns einen extra Werker gestellt, dass wir möglichst pünktlich da sind.
00:26:17: Es hat aber nie immer hingehauen.
00:26:18: Also, die Oma hat uns immer von der Nase die Wäsche weggeschnappt.
00:26:21: Und irgendwann war halt auch Wäsche schon trocken, die hat sie dann abgehängt.
00:26:24: und wir waren so, wo ist denn die trockene Wäsche jetzt?
00:26:26: Also, da fehlt ja auf jeden Fall was.
00:26:28: Und dann haben wir sie gefragt, Du hast doch schon was Trockenes abgehängt.
00:26:33: Komm mal mit, ich täcke dir das.
00:26:35: Hatte sie in so einem Korb in ihrem Küchenschrank unten irgendwo diesen Korb mit der Wäsche hingesteht.
00:26:41: Und die hätten wir nie im Leben wiedergefunden, wenn die Frau das nicht noch gewusst hätte, wo sie hierhin getan hat.
00:26:47: Das war wirklich so, wir haben den ganzen Sonntag irgendwie versucht, unsere Wäsche von der Oma zu retten.
00:26:52: Und die Anekdote war halt Oma, die die Wäsche versteckt.
00:26:58: Ihr habt ja auch nicht so viel dabei.
00:26:59: Ihr seid auf jedes Kleidungsstück angewiesen.
00:27:01: Mit wieviel Kleidungsstücken reißt du?
00:27:04: Ich weiß nicht, wie viele Kleidungsstücke es sind, aber ich komme so ungefähr eine Woche ohne Waschmaschine aus.
00:27:12: Von den Hauptsachen habe ich lange Unterwäsche, die ich im Winter trage und noch eine zusätzliche Staude, die ich dabei habe.
00:27:24: Genau.
00:27:24: Und dann natürlich Unterwäsche und Socken.
00:27:29: Und damit komme ich dann ungefähr eine Woche hin.
00:27:32: Bis ich denke, okay, ich glaube, ich bräuchte jetzt mal wieder eine Waschmaschine.
00:27:37: Also nicht nur Schlafglatt, sondern Wäsche muss auch manchmal gesucht werden.
00:27:41: Aber das lässt sich meistens machen, wenn man dann bei Privatleuten mal übernachtet.
00:27:46: weil die einen irgendwie nicht aufgesammelt haben oder man die irgendwo kennengelernt hat und dann mit zu denen nach Hause darf.
00:27:54: Die haben meistens ja eine Waschmaschine zu Hause und dann kann man schnell eine Wäsche anschmeißen.
00:27:58: Und im Sommer ist sie am nächsten Tag auf jeden Fall trocken.
00:28:00: Im Winter hat man ganz viel Glück, wenn die Leute dann trocken haben.
00:28:04: Oder man muss halt noch einen Tag länger bleiben, weil die Wäsche ist ja noch nicht trocken.
00:28:09: Das kann auch passieren.
00:28:11: Hattest du auf deiner Wanderschaft bisher einen MacGyver Moment?
00:28:15: oder einen MacGyver Moment, wo du richtig kreativ werden musstest und eine vertragte Situation kreativ lösen musstest.
00:28:29: Ich glaube tatsächlich nicht.
00:28:30: Also, das harmloseste war irgendwie, dass ich Unterwäsche per Hand waschen musste, aber das ist ja jetzt nicht furchtbar kreativ, dafür brauche ich halt ein Waschbecken und Seife.
00:28:41: Das ist ja irgendwie machbar.
00:28:46: Welche Frage würde dir auf deiner Reise bisher schon hundertmal gestellt?
00:28:52: Gibt es eine Frage?
00:28:53: Also es sind fast immer dieselben Fragen, die uns am häufigsten gestellt werden.
00:29:02: Also ich glaube, die favoritisierteste ist seit der Zimmerleute.
00:29:05: weil die meisten nur wissen, dass Zimmerleute auf Wanderchef gehen und nicht alle Handwerksberufe, was sehr schade ist.
00:29:13: Und die Zimmerleute natürlich auch, die klufft auch im Arbeitsalltag mehr tragen als andere Handwerksbereiche.
00:29:20: Genau.
00:29:22: Und dass da einfach da sehr präsent ist.
00:29:25: Und dann, ich glaube, die häufig gestellte Frage ist, seid ihr Zimmerleute tatsächlich?
00:29:29: Und danach folgt irgendwie wie lange seid ihr unterwegs?
00:29:34: Genau, und woher kommst du?
00:29:36: Das sind die Standard-Fragen, die man am Anfang immer kriegt.
00:29:48: Wir haben am Anfang über Regeln gesprochen.
00:29:51: Gibt es Regeln oder Präuche jetzt auf der Walls, wo du sagst, die sind gar nicht mehr zeitgemäß, oder die haben dich zumindest überrascht, als du davon gehört hast?
00:30:06: Überrascht haben sie mich, glaube ich, nicht.
00:30:08: Aber sehr viel davon ist natürlich... auch in gewissen Zügen altmodisch.
00:30:14: Viele Regeln davon sind einfach alte Knickeregeln, die irgendwie auf Wanderschaft angewendet und praktiziert werden.
00:30:24: Wir möchten ja immer den Eindruck hinterlassen, dass der nächste von uns gerne wiedergesehen ist.
00:30:28: Und dementsprechend sollte man sich halt auch verhalten.
00:30:30: Und dementsprechend gibt es ganz viele Regeln, die aber im Prinzip alle sagen, benimm dich und halte dich an die Regeln.
00:30:41: damit du einen guten Eindruck hinterlässt.
00:30:43: Ich glaube, das sind so die Sachen und überraschend ist das jetzt nicht, also tatsächlich nicht.
00:30:50: Okay,
00:30:51: jetzt muss ich natürlich die eine Frage noch stellen.
00:30:53: Du bist jetzt eine Handwerkerin unterwegs.
00:30:58: Ihr seid ja eher so ein bisschen mangewahre, würde ich mal so sagen, oder?
00:31:02: Ja, wir arbeiten immer und ständig daran, dass wir mehr werden.
00:31:06: Ich würde sagen, wir sind jetzt so ungefähr vor ungefähr zehn Jahren zehn Prozent.
00:31:12: Dementsprechend wächst das dauerhaft und es wird immer mehr.
00:31:17: Genau.
00:31:18: Und wir sorgen auch dafür, dass es immer mehr werden.
00:31:22: Schön.
00:31:23: Gibt es denn Herausforderungen, die speziell dich als Handwerkerin jetzt auf der Walz betreffen, wo du sagst?
00:31:32: Von Prinzip her würde ich sagen nicht.
00:31:34: Ich glaube, wir sind da alle ziemlich gleich, gut oder schlecht dran.
00:31:40: Manchmal sind wir Mädels sogar ein bisschen besser dran als die Jungs.
00:31:44: Wenn man überlegt, dass wir jeden Tag tremmen oder einen Schlafplatz suchen, haben wir häufiger den Vertrauensbonus, der uns voraus gestreckt wird.
00:31:53: Du bist deine Frau.
00:31:54: Das kann ja nicht so gefährlich sein, wenn ich dich im Auto mitnehme.
00:31:58: Aber ich hätte jetzt einen Mann nicht mitgenommen.
00:31:59: Das hören wir tatsächlich sehr häufig und wir kriegen das von den Jungs auch häufiger gesagt.
00:32:05: Genau.
00:32:05: Also ich glaube, da sind wir tatsächlich sogar manchmal im Vorteil.
00:32:08: Ich habe ja jetzt viele von euch kennengelernt schon und würde sagen, ich nehme euch alle mit.
00:32:13: Weil nichts ist safer als Wandergesellen einzusammeln und mitzunehmen.
00:32:17: Also da brauchen wir uns nicht gar keine Gedanken machen.
00:32:22: Wenn du jetzt eine... oder wenn du jetzt eine Gesellen hast, die losgehen möchte.
00:32:28: Was würdest du dir für ein Rad geben als Vorbereitung?
00:32:31: Die hat sich noch nicht toll informiert, weiß aber, sie möchte auf Wanderschaft gehen.
00:32:37: Was würdest du ihr für ein Rad mitgeben?
00:32:40: Sie soll sich auf jeden Fall auftreffen.
00:32:45: also auf Treffen gehen und mit anderen Wandergesellinnen sprechen, um einfach sich einen Eindruck zu schaffen und auch einen möglichst breit gefächerten Eindruck.
00:32:56: Es gibt ja unterschiedliche Gesellenvereinigungen und je nachdem was für eine Person oder für ein Handwerk man ist, gibt es da unterschiedliche Möglichkeiten und sich auch möglichst alles anzugucken und dann ein breit gefächertes eine breitgefächerte Information zu haben, dann zu entscheiden, was und wo man das machen möchte und wie man Wanderchef machen möchte.
00:33:19: Sehr gut.
00:33:20: Dann vielen Dank für deine Zeit und den, Entschuldige, den spontanen Überfall, dass ich dich so spontan mit meinem Podcast überfallen habe.
00:33:31: Aber ich habe mich sehr gefreut, dass du das hattest mitzumachen und fand das Gespräch super interessant und kann nur noch verbleiben.
00:33:39: dir eine fixe Tabellei zu wünschen.
00:33:41: Vielen Dank, fix bedankt.