Warum Zweiradmechatroniker Valentin auf der Walz ein mysteriöses Airbnb bekam
Shownotes
Ein mysteriöser Pastor, eine Nacht im Straßengraben und der Traum, eines Tages eigene Fahrradrahmen zu bauen: Valentin erzählt von seinen ersten acht Monaten auf der Walz. Der 25-jährige Zweiradmechatroniker berichtet, wie er überhaupt auf die Idee kam loszuziehen, warum er immer in Kluft arbeitet und wie man in einem Handwerk, das kaum jemand mit der Walz verbindet, trotzdem Arbeit findet. Eine Folge über Freiheit, Abenteuer, Begegnungen – und den Mut, neue Wege zu gehen.
Mehr über das Thema Gesellenwanderung erfährst du bei der CCEG,
der CONFÉDÉRATION DES COMPAGNONNAGES EUROPÉENS EUROPÄISCHE GESELLENZÜNFTE
Über den Podcast:
"Zünftig unterwegs – Geschichten von der Walz" ist ein Podcast von FHB original.
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00:00:02: Zünftig unterwegs, ein FAB-Podcast.
00:00:15: Auf der Walz ziehen Handwerksgeselleninnen und Gesellen drei Jahre und einen Tag lang durch die Welt – streng
00:00:21: nach alten
00:00:22: Regeln!
00:00:23: Sie reisen zu Fuß oder per Anhalter, dürfen nicht für eine Unterkunft bezahlen und müssen ihre Heimat im Umkreis von fünfzig Kilometern rein.
00:00:33: Nur wer ledig,
00:00:34: kinderlos
00:00:35: und schuldenfrei
00:00:36: ist
00:00:36: darf diese jahrhundertealte Tradition antreten um Handwerk, Abenteuer und Freiheit zu erleben.
00:00:44: Erkennbar sind sie an ihrer Kluft der traditionellen Handwerkskleidung die ihre Zugehörigkeit zeigt und ihnen Tür und Tor öffnet.
00:00:53: Ihre Geschichten sind so vielfältig wie die Wege, die sie gehen.
00:00:57: Mein Name ist Yasmin Teutrine und ich sage herzlich willkommen bei Zünftig unterwegs dem FAB Interview Podcast mit Menschen auf der Wald.
00:01:06: Herzlich Willkommen!
00:01:08: Podcast Sünftig unterwegs.
00:01:10: Heute zu Gast der ...
00:01:12: Valentin, fremdfreie Resner, Zweiradmechatronika?
00:01:15: Zweiradenmechatronicar!
00:01:17: Also das ist ja auch noch mal jetzt ein Gewerk.
00:01:19: Das musst du uns jetzt auch nochmal so ein bisschen erklären, erzählen.
00:01:23: Du trägst ja auch irgendwie blau-Sächen oder
00:01:27: bzw.,
00:01:28: es is ... Hamburger Streifen.
00:01:31: Das heißt dadurch bist du schon einmal erkennbar als... Oder hast du dir dasselbe ausgesucht?
00:01:37: Also blau steht ja eigentlich nur für die Metallgewerke.
00:01:42: Und Hamburger Streifen ist einfach nur eine andere Art von eben der Kluft, die ich glaube aus der Hamburger Klemmtnerszene Ende des neunzehnten Jahrhunderts stammt bin ich immer aber nicht so sicher und Ich fand das sehr schön und deshalb habe ich mich dafür entschieden.
00:02:07: Und jetzt zwei Radmechatroniker.
00:02:09: Erzähl!
00:02:10: Ja genau, das ist... tatsächlich hieß es früher einfach nur Fahrradmechatroneker oder Mechaniker und mittlerweile gibt's eben zwei Fachrichtungen.
00:02:25: Offiziell heißt die Ausbildung Zweiradmechatronics Fachrichtung Fahrradtechnik und es gibt neben dran eben auch noch Motorradtechniken Und da wir halt nicht nur Fahrräder, sondern auch E-Bikes machen ist es eben Mechatronik.
00:02:41: Also auch Elektronik, genau.
00:02:44: Spannend.
00:02:44: und wie war jetzt dein Werdegang?
00:02:48: Warum hast du dir überlegt ich gehe jetzt auf die Walz.
00:02:52: Ich geh jetzt auf Wanderschaft.
00:02:53: Nicht mit dem Fahrrad nehme ich jetzt mal an, sondern per Pede.
00:02:58: Ja also ich habe so knapp vor zwei Jahren einen Reisenden Zimmerer getroffen, die natürlich am meisten vertreten sind auf der Weiß.
00:03:10: Und ... Der hat mich sehr inspiriert.
00:03:13: Ich war mit einem Freund aus der Heimat im Urlaub und er ist so ganz spontan mitgekommen und meinte so, ach das hört sich nett an ich bin mal dabei.
00:03:23: Dann war es direkt so, ah spannend!
00:03:26: Der kennt uns kaum aber ist einfach interessiert und hat gerade Zeit.
00:03:32: Und dann haben wir einfach eine Woche in Italien zusammen verbracht, das war super nett.
00:03:38: Er schien ein sehr spannendes abwechslungsreiches, in gewisser Weise ausgeglichenes Leben zu haben und dann sind wir halt ins Gespräch gekommen, dass er arbeitet umzureisen, reißt umzuarbeiten und natürlich auch schöne Dinge erlebt so wie spontan Menschen treffen und Sachen erleben, neue Leute kennenlernen.
00:04:08: Und wusstest du denn vorher, dass es die Möglichkeit gibt auf die Wahl zu gehen?
00:04:12: Hast du da schon mal irgendwas von gehört?
00:04:14: Also tatsächlich war das ... ich denke immer, ich hab davor schon davon gehört aber jetzt persönlich eine Person zu treffen, die das wirklich so auslebt, das war einfach noch mal ein ganz anderes Stadion.
00:04:33: Ja, also dass ich es richtig erlebt habe.
00:04:38: Wo ich einfach alles fragen konnte was ich dazu wissen will und ich glaube das ist auch wirklich so ein Ding wenn man noch nie jemanden auf der Weiß getroffen hat dann ist es auch nicht nicht so spannend.
00:04:53: Also das heißt der Funke ist bei den übergesprungen menschlich?
00:04:57: Ja menschliche und auch einfach von der Idee.
00:05:02: Ich glaube, gerade wenn man sich eine Doku anschaut über die Weile gibt es ja schon reichlich.
00:05:08: Dann versteht man vielleicht so grob die Regeln.
00:05:11: aber... Wenn einem jetzt jemand das erzählt wie das dann im Alltag ist, dann ist das nochmal viel eindrucksvoller.
00:05:20: Und was hattest du für dringende Fragen?
00:05:22: Was hast Du eben für Fragen gestellt?
00:05:23: Was hat dich am meisten interessiert?
00:05:27: Ja wahrscheinlich vor allem Habe ich mir erst mal so gedacht, auch schade.
00:05:32: Das ist ja voll die coole Sache und das ist wahrscheinlich nur Zimmerleuten vorbehalten.
00:05:39: aber tatsächlich können eben alle Gewerke, die eine handwerkliche Ausbildung machen auf die Walls gehen.
00:05:46: Und da habe ich tatsächlich recherchiert und hab zufällig von einem ehemals gereisten Wandergesellen einen Bericht gelesen von einer Berufsschule wo er zur Besuch war um eben einfach diese Wanderschaft Leuten näherzubringen, die davon gar nichts wissen.
00:06:05: Dann hab ich Kontakt aufgenommen und witzigerweise waren bei mir an der Berufsschule zwei Leute, die mittlerweile auch auf der Wald sind.
00:06:13: Und dann war das noch mal so eine stärkere Connection weil die auch von diesem Gedanken inspiriert wurden ja genau.
00:06:23: Wie lange hat es gedauert?
00:06:25: Von diesen Verhängnisvollen Italien-Urlaub, du bist wirklich losgegangen.
00:06:32: Ziemlich genau ein Jahr glaube ich.
00:06:35: Also das war glaube ich im Sommer ... ... dass ich da in Italien war oder im Frühling.
00:06:43: und dann bin ich eben mit den Leuten aus der Berufsschule ins Gespräch gekommen eine Zweiradmechatronikerin Und die waren dann schon sehr in dem Thema drin, haben schon Gesellenveranstaltungen besucht.
00:07:02: Also zum Beispiel wenn Wandergesellen losgehen, dann gibt es da immer eine große Feier und da versammeln sich dann viele Wandergesele in die Lust haben, die Person, die losgeht zu begleiten.
00:07:17: Gleichzeitig aber kommen auch Leute, die einfach Interesse an dieser Tradition haben und sich das mal anschauen wollen.
00:07:24: Da habe ich dazu gehört...
00:07:27: Und dann ging's bei dir auch los?
00:07:31: Ja, genau.
00:07:31: Ich hab dann weitere zwei Treffen miterleben dürfen.
00:07:39: Da bin ich einmal in die Nähe von Kassel gereist und nach Schwäbisch-Hall.
00:07:44: In ganz Deutschland gehen die eben los.
00:07:46: Das hat irgendwie keinen Herkunft, wo es besonders viele Leute gibt.
00:07:55: Dann kann man nicht einfach losgehen, weil du weißt ja gar nichts von der Tradition.
00:08:03: Also du hast die Idee auf die Walz zu gehen.
00:08:08: aber was eigentlich dann deine Aufgaben sind?
00:08:14: dein Lebensweise?
00:08:16: das musst du erstmal lernen und dafür hat man einen sogenannten Altgesellen der mindestens ein Jahr schon gereist ist und der führt einen dann ein in die Tradition, in die Bräuche, in Lebensweise.
00:08:38: Und das ist eine sehr intensive Zeit am Anfang.
00:08:42: Das sind zwei bis drei Monate, in denen man einfach alles miterlebt sehr viel rumreißt, mit anderen Menschen in Kontakt ist.
00:08:57: Wenig Regelmäßigkeit im Alltag hat und einfach noch mal die Zeit hat sich zu überlegen ob einem das wirklich etwas bringt oder ob das ein Leben sein kann dass man sich vorstellen kann.
00:09:14: War denn diese zwei drei Monate für dich schon so ausschlaggebend was du gesagt hast?
00:09:19: Mega finde ich richtig super!
00:09:21: Oder waren da so viele Sachen dabei, die du gar nicht erwartet hättest?
00:09:28: Ähm ... Also ich war davor schon sehr irgendwie abenteuerlustig, reiselustig.
00:09:35: Deshalb war jetzt dieses Leben, dass man jeden Tag woanders schläft oder besser gesagt gar nicht weiß, wo man am nächsten Tag schläft.
00:09:44: War das für mich gar nicht so.
00:09:46: was komplett Neues.
00:09:47: aber so viele Menschen intensiver kennenlernen, weil man gerade einfach bei denen zu Gast ist komplett in den Haushalt integriert wird oder in den Alltag.
00:10:03: Das ist schon sehr spannend und das war grad in der Anfangszeit sehr intensiv, da wurde ich von meinem Altgesellen so vielen Orten geführt die von Wandergesellen gerne besucht werden die viel Verbindung bereits hatten.
00:10:30: Also zum Beispiel waren da schon ehrenamtliche Baustellen, wo Wandergesellen viel mitgeholfen haben und dadurch kennen sie einfach diese Traditionen, diese Art und Weise unterwegs zu sein.
00:10:44: Und ja das war sehr spannend!
00:10:49: Wie lange bist du jetzt unterwegs?
00:10:51: Ähm,
00:10:52: ziemlich genau acht Monate.
00:10:54: Mhm.
00:10:55: Genau.
00:10:56: Wie hat sich dein Losgehen angefühlt?
00:10:58: Hast du mit einem Wein in Auge zurückgeblickt oder warst du nur voller Taten dran und hast gesagt ... Welt ich komme!
00:11:06: Also die ersten, würd' ich sagen drei vier Monate sind sehr so verflogen wie wenn's zwei Wochen wären und dann hab ich äh angefangen, nachdem ich quasi auf mich allein gestellt war.
00:11:27: Nachdem mein Altgeselle gesagt hat jetzt kann ich auf eigenem Fuß unterwegs sein da habe ich erst mal ein bisschen gearbeitet und dann hatte ich wieder eine Phase in der ich schon geregelten Alltag hatte.
00:11:42: Ich wusste wo ich schlafe mit welchen Leuten zu tun habe Ich wusste, wie der Alltag aussieht.
00:11:50: Und das war dann erst die Phase in der man mal wieder überlegen konnte, ah!
00:11:56: Wie geht's mir eigentlich?
00:11:57: Oder was hab ich erlebt?
00:12:01: oder was fehlt mir?
00:12:04: und solche Sachen
00:12:05: genau... Jetzt als Zweiradmechatroniker frage ich mich natürlich wo arbeitest du?
00:12:11: Die Zimmerreute zum Beispiel da ist es glaube ich Gang um Gebe Da wissen viele, wo sie dann Arbeit finden.
00:12:22: Wie ist das bei dir?
00:12:23: Bist du da auch zu Arbeitsstätten gekommen die gar nichts davon wussten dass es Menschen auf der Walz gibt in diesem Handwerk?
00:12:32: oder wie hast du Arbeit gefunden?
00:12:35: Das ist natürlich an der Tagesordnung.
00:12:38: gerade in Berufen sagen wir nicht so verbreitet auf die Walz gehen, gerade bei etwas neueren Gewerken.
00:12:48: Die einfach ein bisschen modernere Handwerke sind wie zum Beispiel Zweiradmechatroniker.
00:12:57: und dann muss ich halt schon erklären ja ich bin auf der traditionellen Walz und theoretisch geht es in jedem Beruf.
00:13:08: Und aber also was Arbeit angeht, würde ich einfach in ein Geschäft reinlaufen.
00:13:15: Wo ich persönlich Interesse habe irgendwie da zu arbeiten.
00:13:17: und dann kommt man ins Gespräch... ...und dann ergibt sich das meistens ob die gerade etwas zur Arbeiten haben für mich wie lange ich überhaupt Zeit hab.
00:13:31: wir arbeiten eben maximal drei Monate an einem Ort Genau.
00:13:37: Und gerade im Handwerk, wenn man sich jetzt nicht... Also wenn man ein bisschen Erfahrung hat und motiviert ist dann findet man überall was zu tun.
00:13:54: Was hast du bisher für spannende Projekte bei spannenden Projekten mitgearbeitet?
00:14:00: Also ich habe bis jetzt bei zwei Standorten gearbeitet in der Nähe von Stuttgart Und das war ein kleines Familienunternehmen.
00:14:12: Genau, das war spannend einfach in eine andere Struktur rein zu blicken als in meiner Ausbildung wobei sich die Projekte oder die Läden sehr geähnelt haben.
00:14:27: und das weitere war eine Person bei Constance am Bodensee.
00:14:33: da habe ich für zwei Monate gearbeitet.
00:14:39: Das war eine Person, die sich gerade selbstständig gemacht hatte und das war spannend weil die Person am Anfang quasi der Selbstständigkeit stand und dann war ich irgendwie sehr stark in allen Bereichen gefordert, weil es eben eigentlich so ein Menschbetrieb war.
00:15:03: Was macht dir besonders Spaß bei der Arbeit?
00:15:07: Ich denke, so Vielseitigkeit mit Kunden in Kontakt kommen.
00:15:14: Mit schönen hochwertigen Produkten zu arbeiten wie das meistens so ist.
00:15:23: Und wie oft bist du dann bei der Arbeit angesprochen von Kunden?
00:15:26: Dass du doch eigentlich zum Arsch bist oder Tischler oder...
00:15:30: Mindestens einmal am Tag!
00:15:33: Tatsächlich ist es uns ein bisschen freigestellt, ob wir in der Luft arbeiten.
00:15:38: Aber ich habe immer in der Kluft gearbeitet weil ich es irgendwie auch schön finde dann wirklich so ein bisschen repräsentant für etwas zu sein.
00:15:54: und genau also das spannende Projekt des wird erst kommen.
00:16:00: Ich bin zwar acht Monate unterwegs, aber ich bin ja mindestens für drei Jahre und ein Tag unterwegs.
00:16:05: Und das heißt, ich habe auch noch paar Jährchen vor mir!
00:16:10: Jetzt im Sommer werde ich mit einem Motorradmechanikerinnen in Chemnitz bei der sogenannten Sommerbaustelle.
00:16:21: Das ist immer ein sehr großes Wandergesellen-Innenprojekt wo viele Wandergesellinnen zusammen ehrenamtliche Projekte gestalten.
00:16:36: Jedes Jahr ist es was anderes, dieses Jahr sind es etwas Besonderes, dass acht verschiedene Projekten sind und wir Teil der Kulturhauptstadt Chemnitz sein werden.
00:16:49: Und wir drei haben uns dafür entschieden eine Fahrradwerkstatt zu machen bei der wir erst in erster Linie Fahrräder für alle Wandergesellinnen bereitstellen wollen, damit die mobil sind vor Ort und im zweiten Linien Schweißprojekte machen, Anhänger bauen.
00:17:10: Und Leute vor Ort unterstützen wenn sie Fahrrädern reparieren
00:17:16: wollen.
00:17:17: Sehr cool!
00:17:18: Genau das ist der Flyer.
00:17:20: was es Du sagst, es werden noch viele spannende Projekte kommen.
00:17:24: Gibt es irgendwas, was du so auf deiner To-do-Liste hast?
00:17:26: Was du unbedingt gerne mal mitarbeiten möchtest und was du unbedingt gern machen möchtes?
00:17:31: Irgendwas, wofür du träumst...
00:17:35: Also ich bin sehr interessiert an Rahmenbau, Fahrradrahmenbau weil das irgendwie nochmal eine andere Stufe von Handwerk ist.
00:17:47: also generell ist mein Gewerk ja eher sagen wir Industrie-Teile, zusammenfügende Arbeit.
00:17:59: Aber wenn es darum geht einen Fahrradrahmen zu bauen dann muss man entweder schweißen oder löten und das ist handwerklich um einiges schwieriger und herausfordernder und glaube ich auch spannender.
00:18:13: aber da habe ich leider noch keine Erfahrung gesammelt.
00:18:15: hab ich aber sehr lust.
00:18:18: Also deinen eigenen Rahmen, dein eigenes Custom Fahrrad quasi und dann den letzten Tag fährst du, machst du eine Heimfahrt?
00:18:27: Ja das ist durchaus möglich.
00:18:30: Also ich denke, ich werde bestimmt mal mit dem Rad auch unterwegs sein.
00:18:34: Ist ja nicht so weit hergeholt.
00:18:37: Hast Du auch Pläne ins Ausland zu gehen?
00:18:39: Ja auf jeden Fall.
00:18:41: Ich bin... also ich denke gerade im Fahrradbereich.
00:18:46: Italien und Frankreich sind sehr spannend weil die eine sehr lange oder intensive Fahrrad-Historien haben.
00:18:53: Gerade so im Rennradbereich, auch im langen Strecken fahren und ich spreche ein bisschen italienisch, französisch und tschechisch.
00:19:04: da will ich... also in die drei Länder Tscheche, Italien, Frankreich will ich auf jeden Fall reisen zum Arbeiten und da bin ich sehr gespannt.
00:19:15: Aber davor will ich noch mehr Erfahrungen in deutschsprachigen Ländern sammeln, damit ich eine routinierte Arbeit abliefern kann.
00:19:25: Gab es bei deiner bisherigen Wanderschaft eine intensive Begegnung, die dir so in Erinnerung geblieben
00:19:38: ist?
00:19:39: Eine etwas sehr lustige Begegnung, die wir dann schlussendlich gar nicht hatten.
00:19:44: Ich war mit einem anderen Wandergesellen in Italien Radfahren.
00:19:49: Das war jetzt von Ende Januar bis Mitte Februar und In Italien ist die Wanderschaft ja nicht so bekannt, weil er gesagt eigentlich gar nicht.
00:20:01: Und dann in Deutschland ist es ja so üblich dass wir einfach Nachfragen bei Leuten, ob wir für eine Nacht bei denen übernachten können.
00:20:10: Weil wir eben gerade auf der Durchreise sind und das haben wir dann in Italien öfters versucht.
00:20:15: also Wir hatten auch Isomatte und Schlafsack dabei und haben oft einfach irgendwo am Strand oder so geschlafen.
00:20:20: aber Dann haben wir in einem Dorf gefragt Bei einer Weisenhaus die dann Kontakte hatten zu der Kirche.
00:20:32: Und dann haben wir versucht, über den Pastor eine Schlafenmöglichkeit zu bekommen und dann hat sich das ewig gezogen.
00:20:39: Wir haben ein gutes Abendessen bekommen.
00:20:41: Das war sehr schön!
00:20:43: Dann plötzlich hieß es ja sie finden nichts.
00:20:45: Sie haben fünf Adressen angefragt und dann hieß aber der Pastor bezahlt uns einen Airbnb... ...und dann wurden wir da hingeführt, haben da sehr gut geschlafen Und dann am nächsten Morgen sind wir weitergezogen, aber wir haben ihn nie so wie sich bekommen.
00:21:04: Genau!
00:21:05: Ein mysteriöser Pastor der euch aber ausgeholfen hat.
00:21:08: Wenn man euch denn sieht und sagt man möchte... also man möchte euch irgendwas Gutes tun worüber freut ihr euch?
00:21:15: Wie kann man euch was Gutes tun abgesehen davon dass man euch einen Schlafplatz oder ein Lift anbietet.
00:21:20: Freut ihr Euch über irgendwas?
00:21:23: Ja wir sind immer erfreut über Kontakte oder kleine Anekdoten, was eben in unsere Richtung irgendwie geht und die meisten Leute sind auch sehr offen.
00:21:42: Oder erzählen gerne ihre letzte Begegnung mit einem Wandergesellen oder so weil das denke ich schon sehr in Erinnerungen bleibt Genau.
00:21:57: Aber sonst, ja einfach dass wir überall willkommen sind das ist schon eine große Hilfe und ja irgendwie so in die Richtung.
00:22:13: Wenn du jetzt zurück denkst an den kleinen Valentin von vor einem Jahr der noch nicht auf der Wald war was hatte er für Pläne?
00:22:22: Für seine Zukunft?
00:22:23: Und wie haben sie sich geändert?
00:22:25: jetzt Dadurch, dass du auf der Walz bist.
00:22:28: Ähm ... Also was sehr spannend ist, das hab ich in den ersten Monaten direkt gemerkt.
00:22:38: Ich komm aus Freiburg im Breisgau und dann hat's mir auch sehr gut gefallen.
00:22:43: Aber ich hatte Lust mal noch mehr zu sehen.
00:22:48: Und dann habe ich gedacht, ich komme auf jeden Fall hierhin wieder zurück.
00:22:54: Dann hab ich irgendwie ... schon während der ersten drei Monate schon überlegt, ja vielleicht finde ich doch irgendwas was sich noch ein Ort dann später als Zuhause herausstellt.
00:23:10: Und da war ich mir am Anfang sehr sicher dass das Freiburg sein wird und da bin jetzt nicht mehr so sicher.
00:23:19: Außerdem die Mindestreisezeit sind ja eben drei Jahre und einen Tag.
00:23:26: da bin ich mir jetzt auch nicht mehr sicher, ob das für mich irgendwie so eine Deadline ist oder ob ich einfach das auf mich wirken lasse und schaue was danach ist.
00:23:35: Und dann eventuell noch länger reise weil ich in meinem Kopf viele Ideen habe die ich machen will, für die ich Motivation habe warum ich losgegangen bin.
00:23:48: aber wenn ich jetzt zurück denke acht Monate unterwegs Ideen oder Träumen noch nicht so richtig viel wie Tat umgesetzt heißt nicht, dass ich keine schöne Zeit hatte.
00:24:03: Aber also das muss ich auf jeden Fall die Ideen erst mal sich dafür einsetzen muss und die ein bisschen ja einfach im Auge behalten muss.
00:24:18: damit weil man wirklich mit dieser Freiheit, die wir haben ständig tolle Projekte äh, findet.
00:24:28: Wie alt bist du jetzt?
00:24:29: Ich bin fünfundzwanzig.
00:24:31: Dann hast du ja auch noch ordentlich Zeit ne?
00:24:33: Ja ich denke
00:24:34: schon.
00:24:34: Da könnte er ein paar
00:24:35: Jahre
00:24:36: weiter wandern.
00:24:37: Ähm was war denn weil?
00:24:40: du hast gesagt mit dem Airbnb und dem Pastor das war schon eine lustige Geschichte gibt es noch einen einen verrückten Schlafplatz den du mal hattest?
00:24:48: Ja also wir gerade im Sommer sind wir gar nicht so angewiesen auf Schlafplätze bei netten Menschen, die uns für eine Nacht beherbergen.
00:25:03: Was natürlich trotzdem schön ist aber wir schlafen auch gerne draußen irgendwo im Wald, auf Feld und Wiese.
00:25:11: Und dann bin ich einmal mit meinen Altgesellen sehr spät abends abgereist um zehn Uhr nach oder so weil wir gedacht haben ach Wir waren jetzt lang genug in diesem Ort und jetzt haben wir immer wieder Lust, ein bisschen Strecke zu machen.
00:25:27: Was Neues zu sehen!
00:25:28: Und dann war es klar... wir kommen an dem Abend nicht mehr weit.
00:25:32: Trotzdem sind wir glaube ich noch vierzig Kilometer oder so gekommen auf der Landstraße und dann um zwei Uhr nachts fuhr halt kein Auto mehr komischerweise.
00:25:43: Dann haben wir uns einfach hundert Meter daneben quasi ins Straßenrahmen gelegt Sehr gut gepennt.
00:25:53: Gibt es sonst noch Regeln, die ihr auf der Wald habt?
00:26:01: Oder sagst das hätt ich gerne früher
00:26:03: gewusst... Also wir haben diese fünf Grundregeln.
00:26:07: Das ist eben kein Geld für Unterkunft ausgeben Keinen Geld für Transport Die klufft in der Öffentlichkeit tragen Kein Handy und nicht Kilometer Richtung Heimat, also im Umkreis von fünfzig Kilometern der Heimat fernbleiben.
00:26:32: Also das mit dem Handy, das finde ich hört sich erst mal sehr schwierig oder fast unvorstellbar an.
00:26:43: aber wenn man erstmal davon abgelassen hat oder ein bisschen einfach sich daran gewöhnt hat ist es fast, würde ich sagen die größte Freiheit, die wir haben.
00:26:55: Weil heutzutage sehr viel darüber definiert wird ob man irgendwie gerade online ist oder einfach sehr viel sich im digitalen abspielt und wir haben halt in dieser Zeit definierten also ganz klaren Abstand von diesen sozialen Medien und so.
00:27:27: Hat natürlich auch Nachteile, weil wir nicht so viel mitbekommen.
00:27:30: aber der große Vorteil ist, wir sind nicht immer erreichbar Wir sind quasi Leben immer im Moment.
00:27:40: Wer ist Präsident der USA?
00:27:42: Trump!
00:27:43: Was denn?
00:27:46: Also so Sachen wie Wellen und das geht ja schon.
00:27:51: Die meisten Leute sind zu Hause gemeldet.
00:27:54: Oder wenn man halt dringende Termine oder irgendwelche ... ja, einfach zum Amt gehen will und Sachen erledigen will.
00:28:04: Dann kann man sich auch
00:28:05: ummelden genau.
00:28:06: Mhm!
00:28:07: Also wählen war kein Problem.
00:28:08: Wenn du einen Menschen, der auf die Weiz geht möchte, einen Ratschlag geben möchtest?
00:28:15: Wie würdet der lauten?
00:28:16: Ja, schaust sehr gut an.
00:28:18: Und ... ähm, man wird... denke ich sehr schnell merken, ob man sich das vorstellen kann.
00:28:26: Und wenn man sich's vorstellen kann dann muss man sich gerade noch tiefer oder mehr damit beschäftigen um es so rauszufinden, ob das was für ein ist und die wenigsten die sich dafür entscheiden denke ich bereuen das.
00:28:44: Wie wisst ihr das mit deiner Familie?
00:28:45: Also deiner familie gesagt hast du möchtest gerne auf die Weile gehen.
00:28:48: wie haben sie reagiert?
00:28:51: also Ich hab irgendwie bis jetzt, glaub ich auch immer ziemlich mein Ding gemacht.
00:28:59: Und dann war das schon so ein bisschen klar, wenn ich sage, ich will auf die Walz gehen, dann mach' ich das und es ist irgendwie gar nicht davon abhängig ob meine Familie jetzt ja oder nein sagt.
00:29:11: aber ... Sie finden das schon gut weil ich quasi darin ... So ein bisschen meinen Lebenssee.
00:29:23: Äh, meine Inspiration.
00:29:26: Und äh ... Ja, ich glaub, mein Vater findet das ziemlich cool, dass ich mich irgendwie auf so ein Abenteuer eingelassen hab und meine Mutter war am Anfang skeptisch und vermisst mich auch.
00:29:41: Aber ja ... Das habe ich irgendwie bisschen eingegangen.
00:29:46: Es ist ja schon auch so, dass man deine Family vermisst aber ... Man kann sie auch treffen!
00:29:53: Wie hat die Wanderschaft dich als Menschen so verändert?
00:29:58: Das finde ich sehr schwer zu beantworten, weil ... Ich hab das Gefühl... Also, ich habe mich bestimmt schon verändert.
00:30:09: Aber für mich ist es schwer überhaupt zu merken, weil ich da die Veränderung quasi täglich mitmache und jetzt nicht irgendwie von ... Den Moment, wo ich losgegangen bin zu dem Moment jetzt den Unterschied sehe.
00:30:31: Weil es eben so in kleinen Schritten geschieht.
00:30:35: Haben sich denn deine Meinung zu bestimmten Sachen geändert?
00:30:41: Ich denke schon auf jeden Fall tolerant geworden oder offener für jegliche Meinungen sie mir anzuhören und mir dann halt darüber Gedanken zu machen.
00:30:59: Zwangsläufig, weil wir halt mit hausenden unterschiedlichen Leuten so tun haben.
00:31:07: aber sonst fällt mich gerade nichts ein.
00:31:14: Sie sieht das ja mit deinem Gepäck eigentlich aus.
00:31:17: Wandche haben ja in ihren sieben Sachen auch Handwerkzeug drin.
00:31:23: Was hast du Handwerkszeug dabei?
00:31:25: Und wenn ja, was ist das bei dir?
00:31:28: Ja ich habe jetzt nicht so klassisches Zeug dabei aber es ist natürlich logisch als Fahrradmechaniker und ich hab zwei Multitools dabei.
00:31:42: So eine kleine Radsche mit ganz vielen Aufsetzten im Bus Kreuzschlitz Torx Ich Eine Luftpumpe dabei.
00:31:54: Und ich hatte Flicken dabei bis wir die alle in Italien aufgebraucht haben, weil wir so viele Platten haben.
00:32:02: Wie sieht's dein normaler Alltag aus wenn du arbeitest und aufarbeitet bist?
00:32:08: Wie sieht denn so ein normales Ablauf aus bei dir?
00:32:12: Ich würde sagen wie von jedem Menschen der eine feste Arbeit hat einfach um... weiß nicht.
00:32:21: Also es kommt drauf an, wo ich arbeite wie viele Stunden ich arbete.
00:32:25: aber ja ist glaube ich jetzt nicht arg anders.
00:32:33: wenn ihr jetzt in der Anstellung dann seid quasi habt ihr denn vertraglich sagt ihr dann auch Ich arbeite jetzt jeden Tag bei dir
00:32:45: acht stunden.
00:32:47: also handelt ihr das am Anfang aus oder sagst du auch mal Ich hab jetzt schon genug gearbeitet, die Sonne scheint so schön.
00:32:58: Tschau!
00:33:00: Es kommt ganz drauf an wie man das am Anfang mit dem Arbeitgeber abspricht.
00:33:06: und also bei mir war es jetzt zum Beispiel so... ich habe nicht so eine hohe Bezahlung bekommen und dann war aber quasi der Kompromiss, dass ich sehr viel Freizeit bekomme.
00:33:27: Und dann habe ich halt teilweise auch für einen Wochenende oder zwei Tage länger mir freigenommen und einfach hatte ich sehr flexible Arbeitszeiten was halt Wandergesellen ähnlich sieht die einfach dann mal schnell durch halb Deutschland Reisen um jemanden nach Hause zu begleiten oder so, genau.
00:33:54: Aber natürlich kann man noch sagen, man bleibt drei Monate in einem Ort und arbeitet über vierzehn Stunden mit dem normalen Vertrag.
00:34:03: Es kommt eben auch da dann wieder drauf an hat mein Kostümlogie mit dabei.
00:34:08: Und ja ist jedes Mal Verhandlungssache wie ein Vertrag dann aus.
00:34:13: Ja super spannend!
00:34:13: Vielen Dank dass du dir heute Zeit genommen hast.
00:34:16: Für das Interview war sehr spannend, mal einen Zweiradmechatroniker da zu haben.
00:34:20: Also ein ganz außergewöhnliches Gewerk...
00:34:23: Wir sind gerade zu dritt unterwegs also gibt nicht viele.
00:34:28: Die sind alle hier jetzt!
00:34:28: Ach so sind alles zweirad
00:34:30: mechatronikern?
00:34:31: Ja genau.
00:34:32: Sind alle
00:34:32: ein Gewerk?
00:34:33: Ah nee stimmt gar nicht.
00:34:35: Die die gerade eine Kluft bekommt ist eine Karosseriebauerin.
00:34:39: Aha auch total spannend.
00:34:42: Wie habt ihr euch dann getroffen?
00:34:45: Ich kannte den Motorradmechaniker eben auch schon aus der Berufsschule und war dabei, als er losgegangen ist.
00:34:51: Und werde mit ihm jetzt das Projekt in Chemnitz gestalten – die Radwerkstatt!
00:34:59: Jetzt haben wir entschieden, wir helfen der Karosseriebauerin ihre Werkstatt noch ein bisschen zu räumen weil sie will im Juni los Sachen, die sie noch zu erlegen hat.
00:35:16: Bevor sie nicht mehr nach Hause darf erledigen.
00:35:19: Okay, verstehe.
00:35:21: Eine letzte Frage noch?
00:35:22: Hast du auch schon in einem anderen Gewerk gearbeitet jetzt auf der Walz oder warst du immer an deinem Gewerktätig?
00:35:31: Ich habe einen Tag ein bisschen auf dem Dach mitgeholfen.
00:35:37: Ziegel verputzen also den Vierstiege, aber das war wirklich nur für so ein bisschen Notfall-Maßnahme da am nächsten Tag des Gerüsts abgebaut werden sollte.
00:35:51: Okay!
00:35:53: Ja vielen Dank, Valentin, dass du dabei warst und für das spannende Interview.
00:35:57: Und mir bleibt nichts anderes zu sagen als fixete Beleih.
00:36:01: Vielen Dank.